Dienstag, 9. Juni 2015

Eco Prints

Ich war am Wochenende zu einem Workshop um Eco Prints zu erlernen.
Dieser wurde auf dem Atelierhof in Werenzhain in Brandenburg angeboten. Das ist ein wirklich inspirierender Ort:

Nachdem die Kursteilnehmerinnen in die Materie eingeführt wurden, haben wir auf dem weitläufigen Gelände verschiedene Pflanzen (Blätter und Blüten) gesammelt. Die ersten Druckversuche wurden auf verschiedenen Papieren mit verschiedenen Hilfsmitteln durchgeführt. Da war ich leider durch meine Erfahrungen der Wollfärbungen vorgeimpft. Die anderen Kursteilnehmer waren da unbefleckter und haben selbst mit Pflanzen, mit denen man auf Wolle nichts erreicht, wunderbare Strukturen gezaubert.
Hier ein "best of" meiner bescheidenen Papierversuche:
Weiter ging es mit schmalen Proben auf Wolletamin und Seiden- Chiffon:
Die Wolle und Seide konnten wir wahlweise mit verschiedenen Beizen, wie sie den Pflanzenfärbern bekannt sind, vorbeizen, was ich auch getan habe. Die Blüten und Blätter auflegen,
aufwickeln und das Paket dämpfen.
Hier schon fixiert, aber noch mit Blüten dazwischen
Ich hatte noch mal schnell vor meiner Abreise eine Probe mit dem Webrahmen gewebt, mit Versuchswolle aus einer gescheiterten Färbung (Fermentation von Löwenzahnwurzel plus etwas fermentierter Zwiebel, der beige Teil war mit Eisenessig behandelt) die ich mit Essigbaum und Eukalyptus belegt habe:
 Wie man sieht, sieht man nichts (zumindest nicht viel). Grobe Wolle ergibt keine schönen Abdrücke:
Die Proben aus Seide und Wolle habe ich am 2. Tag zu einem Gitterschal gefilzt. Das war meine erste wirklich gelungene Filzerfahrung dank der tollen Anleitung! Hier noch im Auflegestadium:
Und hier fertig gefilzt, gewaschen und gespült, daneben der große Schal, der das "Masterpiece" des Kurses war:
Und jetzt noch ein paar Details:
Unterschiedliche Eukalyptusblätter
Frauenmantelblatt- und blüte zwischen Eukalyptus
Rosenblatt
Wiesenkerbelblüte, ohne und mit Eisenwasser behandelt

Ich habe dann noch einen Versuch auf Baumwolle unternommen, der ziemlich gut geworden ist. was auf Baumwolle ja nicht unbedingt so sein muss und habe so eine Baumwolltasche so umgestaltet.







Es war ein wirklich inspirierendes Wochenende und ich weiß schon, was meine nächsten Projekte in Sachen Druck mit Pflanzern werden...

Viele Grüße und vielen Dank an die Kursleiterin!

Katja

Freitag, 17. April 2015

Färben mit Fermentation


Ich begab mich auf die Suche, um mit weniger Beizen und Energie zu färben und womöglich auch noch andere Farben zu erringen.

Hier die ersten, vielversprechenden Ergebnisse mit braunen Zwiebelschalen und Sauerkirschrinde:
Fermentationsfärbung mit brauner Zwiebelschale
Fermentationsfärbung mit Sauerkirschrinde

Für die 1. Portion habe ich noch Wolle in Alaunlösung (15%) eingelegt, um diese kalt zu beizen, wie ich es ja schon vor einem Jahr getestet habe.

Ich habe auch noch etwas zum Beizen mit Fermentation gefunden und die Wolle so vorgebeizt. Das habe ich mit sehr vagen Angaben  hier gefunden.
Auch in dem Buch von diesem Autor konnte ich zum Beizen mit Fermentation nichts finden, also habe ich es einfach probiert:

Ich habe 100% Hirsemehl, wie beschrieben, aufgekocht. Dann habe ich ein paar Tropfen Roggensauerteig zugefügt und geteilt.

In die 2. Portion habe ich noch wenig Alaun (etwa 5%) dazu gegeben.

In die 3. Portion kam nur die aufgekochte Hirse + Sauerteig.

Die dritte Portion blubberte relativ schnell vor sich hin, aber nicht die mit Alaun. Ich gab also etwas der blubbernden Masse zu der mit Alaun und füllte diese mit Hirsemehl und Wasser auf.

Als beide schön gärten, der pH- Wert war mittlerweile auf 3-4 gefallen, kam die Wolle dazu (was schon etwas Überwindung kostet, Wolle in dieses matschige Etwas zu legen. Denn ich hatte nur Braunhirsemehl = Vollkorn bekommen).

Durch die entstehenden Gasbläschen wird die Wolle hochgedrückt, also habe ich die mit einem Korb nach unten gedrückt gehalten.

Die Wolle lag 6 Tage in diesen Fermentationsbeizen.

Die 4. Portion bleibt ungebeizt.

Gleichzeitig habe ich die Fermentationen gestartet. Die Färbedroge mit reichlich weichem Wasser übergießen, verschließen und abwarten. Bei der Zwiebelschale waren es etwa 50% der im 1. Zug zu färbenden Wolle, bei der Rinde ca. 100%.

Als Gärbehälter eignen sich Kunststoffflaschen mit großer Öffnung. Man kann diese befüllen, etwas zusammendrücken und verschließen. So haben die entstehenden Gase etwas Platz.

Diese Gärbehälter sollen warm stehen. Sie werden jeden Tag geschüttelt und das Gas wird rausgedrückt, wenn es nötig wird.

Bei der Rinde kam es relativ schnell zur Bläschenbildung, die nach einer Woche beendet war. Erst danach färbte sich die Flüssigkeit von gelb zu orange. Der pH- Wert sank von 7 zu 4. Nach ca. 14 Tagen ist es bereit zum Färben.

Bei den Zwiebelschalen tat sich nichts. Zumindest nichts für mich erkennbares. Wenn man die antibakterielle Wirkung von Zwiebeln bedenkt ist das ja auch kein Wunder. Der pH- Wert sank innerhalb von 14 Tagen von 7-8 auf 3-4.

Dann werden die Flotten vorbereitet. Dabei habe ich mich an die Anweisung von shades of lynx  gehalten, sie färbt allerdings nur mit ungebeizem Material.

Es werden aus der Fermentationslösung zwei Flotten gewonnen: eine saure und eine basische.

Von links nach rechts: Zwiebel basisch, Zwiebel sauer, Sauerkirschrinde sauer, Sauerkirschrinde basisch
Die Saure musste ich anfangs kaum verändern, da ein pH- Wert von 4 angestrebt wird.
Wenn doch, geht das am besten mit Zitronensäure, Essig soll die Mikroorganismen zerstören.
Die basische Lösung bekommt so viel an Soda, Pottasche, Natron etc. bis ein pH- Wert von 10 erreicht ist.

Hier siehst du gut die Farbveränderung, ähnlich zu Schwarzem Tee, dem Zitronensaft zugegeben wird.

Jetzt ging es los mit dem eigentlichen Färben:

Die Wolle, von jeder der vorbereiteten, gut gespülten Proben eine Portion, kommt in die saure Farbflotte und bleibt dort für etwa 10-12 h. So genau habe ich das da nicht genommen.

Dann kommt die Wolle raus und wird getrocknet, möglichst im Schatten.

Danach darf die Wolle sich im basischen Bad für 20-30 min aufhalten, um anschließend wieder ungespült zu trocknen.

Das Prozedere habe ich im Ganzen 5x durchgeführt. Nach jedem Farbbad muss der pH- Wert wieder eingestellt werden, denn die Wolle neutralisiert das Bad durch das hin und her sehr schnell.

Nun waren die Flotten noch immer intensiv gefärbt. Deshalb habe ich noch die Heißfärbung mit dieser Lösung ausprobiert. Dazu habe ich die beiden Flotten zusammen gegeben, so dass eine neutrale Lösung entstand. Ich habe dann Wollstränge, die ich zuvor mit 15% Alaun für eine Stunde gekocht habe, in die Gläser gegeben und diese zusammen in einen mit Wasser gefüllten Topf gestellt. So konnte ich beide Färbungen gleichzeitig durchführen. Diese Stränge waren noch einmal intensiver als die kalt gefärbten Stränge.

Nachdem alle Stränge gefärbt, gespült und getrocknet sind, stellte ich nun noch die Echtheiten in frage. Die Waschechtheiten halt eich bei Wolle nicht für die erste Entscheidung, diese ist auch schlechter vergleichbar zu testen. Also einen Lichtechtheitstest gemacht:
Also habe ich jeweils eine Probe davon auf einen Kartonstreifen gewickelt, dazu auch von den Proben, die ich letztes Jahr "klassisch" heiß gefärbt habe.

Die Streifen deckte ich so ab, dass an einen 2 cm breiten Streifen Licht kommt und das für 3 Wochen ins Süd- Fenster gestellt.

Hier die Ergebnisse:

Was nehme ich daraus mit?

1. Kochend oder kalt gebeizt, mit wenig, mit alternativen oder ohne Beizen, die Lichtechtheit wird nicht entscheidend verbessert
2. Mit Fermentieren bekommt man nochmal ganz andere Farben.
3. Mit Beize wird die Farbaufnahme intensiver.
4. Kochend wird die Farbe intensiver
5. Alaun verändert den Farbton ins gelbliche, ein wenig zumindest.
6. Weitersuchen nach alternativen Vorgehensweisen macht nicht dümmer

Weiter Experimente laufen, Ich teste gerade noch die Apfelrinde auf und mit Fermentation, die ja in Pflanzenfarben 2015 meine Projektfärbung ist. Bis jetzt (habe schon den 4. Farbgang abgeschlossen) sieht das ganze sehr vielversprechend aus...
Und seit ein paar Tage gären Löwenzahnwurzeln. Ich habe die Suche nach dem Rot in dieser Wurzel noch nicht aufgegeben...

Viele Grüße und viel Spaß beim Nachmachen!

Katja

Mittwoch, 18. März 2015

Spiegelweben

(den Begriff hat mein Mann "erfunden" und ich finde es besser als die Anglizismen wie Contiguous Weaving)
Hier war es eine Weile still, was aber nicht heißt, dass ich die Hände im Schoß hatte. Das kann ich gar nicht.
Bei einem Spinntreffen vor knapp 4 Wochen hatte ich beiläufig etwas gesehen, was mich nicht mehr losgelassen hat: Da hatte jemand gewebte Stoffstücke dabei, die endlos gewebt wurden. Dazu benötigt man einen Tri- Loom bzw. einen Square- Loom.

Ich habe also recherchiert, nachgedacht, wieder recherchiert, skizziert, geplant, probiert und schlussendlich konstruiert.

Das Ganze funktioniert mit einem endlosen Faden, der nur auf einer Seite mittels Häkelnadel verwebt wird, dann um einen Nagel/ eine Nadel gelegt wird und zur gegenüberliegenden Seite geführt wird. So wird die Kette während des Weben kontinuierlich gebildet.
Dazu gibt es sehr anschauliche Videos auf Youtube, allerdings nur auf Englisch.

Es gibt hier solche Rahmen auch zu kaufen, allerdings nur in festen Größen, also nicht verstellbar.

Verstellbare Rahmen gibt es auch zu kaufen, diese sind dann in Stufen zu verstellen. Allerdings entweder als Dreieck oder Quadrat, nie in Kombination. Und all das nur über den großen Teich, wo die Versandkosten schon den Materialwert übersteigen.

Das erste so gefertigte Produkt ist diese Tasche:










Den ersten Test habe ich mittels Stecknadeln und einem Kissen/ Korkuntersetzer gemacht:
Dabei ist nur zu beachten, dass es ein Quadrat ergibt. Für Rechtecke muss die Lange Seite teilbar durch die Kurze Seite sein.






Dann habe ich gegrübelt, nachgedacht und immer wieder skizziert, um einen völlig flexibel verstellbaren Rahmen zu ersinnen, der sowohl für Quadrate, Rechtecke und Dreiecke nutzbar ist.
Völlig frei in den Größen deshalb, weil ich evtl. auch für Kleidung nutzen möchte. Die soll dann gut passen, denn auf Säcke steh ich nicht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass meine Variante zerlegt und in einer (noch nicht existierenden) Tasche nicht viel mehr Platz als ein Besenstiel braucht.

So, und nun auf in die Werkstatt:

Materialien:
Holzleiste, je nach gewünschter Größe (bei mir 4,80 Leiste im Querschnitt 30x13mm) plus ein paar Holzresten, die ich noch da hatte
12 kleine Holzschrauben
4 Winkelschrauben mit Schlossgewinde
4 passende Unterlegscheiben
4 Flügelmuttern
viele kleine Nagelstifte (Leistennägel 1,2 x 20 mm, da schmal und fast ohne Kopf)
2 Hakenschrauben mit Holzgewinde
Klettband zum Kleben, Flauschseite, etwas weniger als die Holzleisten
Klettband zum Kleben, Hakenseite, 6x die Breite der Leiste
Dünne Holz- oder dicke Pappreste
Schnur, 2x so lang wie die Hypotenuse des Dreiecks
evtl. Kordelstopper

Werkzeug:
Holzsäge
Gehrungslade
Holzbohrer (1x so dick wie die Schlossschrauben, 1x zum Vorbohren der Schraubverbindungen, einen kleinen Bohrer zum Vorbohren für die Nägel)

Das Quadrat:

(Ich habe die Nägel bislang noch nicht über die ganze Länge eingesetzt, das kommt aber sicher noch...)
Ich habe 4 Leisten für die Rechteckvariante zugeschnitten. So lang wie das größte Quadrat plus Leistenbreite. Bei mir 70 cm.

Um die Verbindungen herzustellen habe ich aus Resten der Leisten Rechtecke gesägt, die doppelt so lang sind wie die Leiste breit, also 6cm. In die Enden kommt je ein Loch rein, so dick, dass das kurze Ende der Winkelschraube reinpasst.
Dann kommt noch etwas Pappe oder dünnes Holz dazu, damit die Dicke des Klettbandes überbrückt wird. Das wird dann so verschraubt:
In die Leisten müssen ja auch noch die Nägel: Ich habe im Abstand von 6mm von der Kante angezeichnet. Der erste Nagel 3 mm ab Leistenbeginn, dann habe ich im Abstand von 1 cm angezeichnet, dazwischen immer noch 2 weitere Bohrungen, so dass bei mir auf 3 Nägel pro cm kommen. jetzt noch die Nägel rein. Für die ersten 2 Nägel war viel Fantasie nötig, um den Abstand zur anstoßenden Leiste zu überbrücken: Ich habe dann 2 etwas längere Nägel so verbogen und platziert, dass der erste genau über dem Leistenende sitzt und der zweite 3mm darüber steht.


in 2 der 4 Endstücke kommt noch eine Hakenschraube rein. Wofür? Kommt später...


Auf die Endstücke kommt noch das Klettband mit Haken, auf die Unterseite der Leisten wird das flauschige Klettband auf die ganze Länge geklebt.













Jetzt noch die Verbindungsstücke bauen:
(Meine sind länger als es sein muss, aber das ist in der Probephase entstanden)
Ich habe dafür noch vorhandene Buchenleiste verwendet. Das Holzstück muss etwas länger sein als die Leisten breit. Dann ein Loch durchbohren, so dass es den Abstand zur Kante hat wie die Nägel zur Leistenkante, Die Winkelschraube durchstecken, dann die Unterlegscheibe und die Flügelschraube.






Das Dreieck:


Für eine der Katheten wird eine der bereits fertigen Leisten vom Quadrat verwendet.
Für die zweite Kathete wird eine Leiste zugeschnitten: so lang wie die des Quadrats, ab da wird 45° nach außen (also länger als die anderen Leisten) angezeichnet. (also kommt nochmal die Leistenbreite zur Länge dazu)

Die lange Leiste errechnet sich wie folgt:
Hier muss ich auf einen alten Griechen, der definitiv rechnen konnte, verweisen: Der Pythagoras, der Die Errechnung der Seitenlängen an einem rechtwinkligem Dreieck ermöglicht: a²+b²=c²

Da es sich hier um ein gleichseitiges Dreieck handelt, vereinfacht sich die Formel auf:
2 * a²=c²

a sind die Katheten, c ist die Hypotenuse (die lange Seite)

Also sieht die Formel so aus:
Bei meinen 70 cm langen Leisten und 3 cm breiten Leisten sind das 97,7cm. ab da wird wieder im Winkel von 45° gesägt, damit wird die Leiste nochmal um eine Breite länger.

Die Verbindungsstücke werden dazu auch im 45°- Winkel gesägt, am Ende gebohrt wie bei den anderen und an den schrägen Seiten untergeschraubt:
Die Nägel in der Kathete werden genauso gesetzt wie bei den anderen Leisten.

Die Nägel der Hypotenuse sollen 8 mm von der Kante entfernt sein.
Die Nägel müssen in größerem Abstand gesetzt werden: Jetzt kann man das auch wieder mit dem Pythagoras errechnen oder den Abstand wie bei den anderen Leisten mit 1,41 multiplizieren, das kommt auch hin.

Auch diese Leisten erhalten Klettband wie die anderen Leisten.

Jetzt fehlt noch ein Kamm, mit dem man die Fäden an die anderen schieben kann: Einfach in ein kleinem Holzrest noch ein paar Löcher bohren und Nägel durchschlagen.
Jetzt ist Schluss mit Bauen! Nach dem Aufräumen wird angewebt! Dazu die Leisten im gleichen Abstand positionieren (ich habe noch jeden 10. Nagel mit Grün, jeden 30. Nagel in Rot markiert), dabei liegen die Leisten mit den Haken sich gegenüber. Dann werden die Verbinder mit den Winkelschrauben in die Löcher gesteckt und die Flügelschraube angezogen.
Jetzt kommt noch die Kordel zum Einsatz. Diese wird über die Haken gelegt und so verkotet (oder mit dem Kordelstopper), dass sie straff gespannt ist, aber das Quadrat rechtwinklig bleibt. Das gibt Stabilität, sonst verschiebt sich das Quadrat beim Weben.

Da die Wolle ziemlich dick ist, habe ich hier nur jeden 2. Nagel benutzt. Das kann man je nach Garnstärke variieren.

Gewebt wird mit einer Häkelnadel oder einem Knüpfhaken, was ich noch einfacher finde. Der Beginn der Webarbeit liegt entgegengesetzt zur Kordel:
So entstehen Quadrate:
Rechtecke:
oder Dreiecke:
(wie man sieht, zieht es sich ganz ordentlich zusammen beim Abnehmen)
um sie zu  dieser Form zusammenzusetzen:
Zusammengefügt wird das durch Häkeln, wobei man keinen Faden braucht, man nimmt die Schlaufen, die es am Rand gibt und zieht die hinter Schlaufe durch die Vordere, dann die vordere durch die hintere, die nun auf der Nadel liegt. Das gibt eine erstaunlich flache Naht, die auf beiden Seiten gleich aussieht.
bis alles zusammengenäht ist

Die Wolle dafür ist handgesponnen und mit Walnuss gefärbt. 1 ist als Flocke mit Schalen kochend gefärbt, 2 ist mit Blättern gefärbt, 3 ist der 2. Zug der Blätterfärbung, der Strang wurde dann zur Hälfte mit Eisensulfat nuanciert, so dass ein Verlauf entsteht. 4 ist der dritte Zug der Blätterfärbung, diesmal vollständig mit Eisensulfat nuanciert.
Die Tasche habe ich noch gefüttert und mit Griffen, Reißverschluss und Träger ausgestattet.

Diese Technik begeistert mich total und ich werde da sicher noch so einiges mit der Methode kreieren... Mehr dazu gibt es jetzt hier!

Viele wollige Grüße!

Katja

Sonntag, 1. Februar 2015

Maushandschuhe für zwischendurch

Ich brauche zum Arbeiten einen kühlen Kopf, Sonst werd´ ich müde und der Kopf landet auf der Tastatur (Wieder 28 Seiten "n" geschafft...).

Aber dadurch bekomme ich total kalte Finger, besonders an der "Maushand". Habe schon Stulpen und fingerlose Handschuhe ausprobiert, alles erfolglos.

Da kam mir diese Woche die zündende Idee: Ich stricke mir dicke Maushandschuhe.

Ein Garnrest war schnell gefunden: Aulafosslopi, das Restgarn meiner Islandjacke. Wenn das nicht warm hält, was dann...

Idee: ein Fäustling mit "ohne" Unterseite, so dass die Finger auf der Maus liegen können.

Und das Ganze hab ich dann noch als Maus gestaltet. Fand ich sehr passend, obwohl ich nun alles, aber keine Kitsch- Strickerin bin.

Die ersten Erfahrungen sind gut, die Finger bleiben warm!

Merke: Spontanen Eingebungen öfters folgen!

Bis Bald!

Katja

Montag, 19. Januar 2015

Passe&los

... habe ich diese neu entstandene Jacke erstmal getauft.
















von vorn,


mit einem selbstgenähten Zwirnknopf geschlossen.












Der Clou ist die Rückenansicht:
Denn dort befindet sich der Anfang von allem.

Und ich habe alles in eine Beschreibung gegossen, von Gr. XS bis Gr. XXL.

Für jedes Garn geeignet, da die Beschreibung auf Maßen und Verhältnissen beruht. Sieht mit einfarbigem Garn sicher genauso gut aus wie mit Garn mit kürzerem Farbverlauf. Bei letzterem werden sich die Richtungswechsel interessant zeigen.

Die Passe wird durch verkürzte Reihen geformt, der Ärmel in einem Rutsch mit drangestrickt. 

Maschenprobe machen, umrechnen und loslegen. Und ganz ohne Nähte am Saum ankommen.
Es sind nur ein paar Fäden zu vernähen. (Ich glaub, es waren ganze 8 Enden)

Wer das auch mal ausprobieren möchte, meldet sich per Kommentar bei mir. Ich würde nämlich gern dann den Schnitt veröffentlichen, wenn ich mir sicher bin, dass alles verständlich ist und stimmt.

Viele Grüße!

Katja

Mittwoch, 7. Januar 2015

Schräges Strickwerk

Jetzt, nachdem es auch schon gut eingetragen ist, will ich noch das Rätsel um mein Urlaubstrickprojekt lüften.
Diesmal ist etwas entstanden, bei dem ich am Beginn der Arbeit keinen Schimmer hatte, was daraus werden sollte. Es ging einfach um ein ungeplantes Ausprobieren, sonst so gar nicht meins. Ohne Zeichnung, Skizze und Rechnen stricke ich kaum was...

Hier wollte ich einfach ausprobieren, was ich zum Wollfest in Leipzig entdeckt hatte: Ein Farbverlaufsgarn so zu verstricken, dass der Verlauf genauso im Strickstück zu sehen ist.

Schritt 1:  Garn färben

Schritt 2: Strickmuster auswählen Aus dem großen Buch der Strickmuster, S. 46

Schritt 3: Die richtige Maschenanzahl anschlagen. Und da fing die Schwierigkeit an. Den Wendepunkt des (3. und 4.) Rapportes markieren, reichlich Maschen aufnehmen, bis man an diese Markierung (Knoten o. ä.) kommt. Dann eine Reihe stricken, bis die nächste Markierung kommt. Alle nicht gestricken Maschen vom Anschlag runterwerfen. Jetzt Maschen zählen. Die, die zum Muster zu viel sind, als breiteren Rand stricken.

Schritt 4: die ganze Wolle verstricken. Ich habe schräg gestrickt, damit es eine Rhombenform bekommt und etwas länger wird. Warum? weiß nicht, wollte ich probieren. Dazu habe ich am Anfang immer 1 M abgenommen, diese am Ende dazu genommen. Das Muster machte mir das ganz leicht.

Manchmal kam der Verlauf nicht genau übereinander, was ich dann mit etwas lockerer bzw. fester stricken ausgeglichen habe. also besser so was nicht in glatt rechts probieren, in diesem Muster fällts nicht auf.
Hier sieht man, dass mir das am Anfang (links) noch nicht so gut gelungen ist wie am Ende.

Dann gestrickt, bis die Wolle zu ende war. Abketteln. Und überlegen, was daraus werden soll. Loop? langweilig! Schal? gähn! Und rumprobiert und mich für diese Variante entschieden:

Die Anschlagskante an eine Seitenkante am Ende zu nähen.

Das Beste ist, es gibt viele Tragevarianten:

Ponchoartig mit Zipfel nach rechts oder links

wie ein Cape über die Schultern

Und meine Lieblingsvariante: 2x um den Hals wie ein Loop und die Spitze nach vorn. So wärmt es und füllt gut einen V- Ausschnitt oder Revers einer Jacke aus.

Fazit: Ich habs probiert, schreit aber nicht nach einer Wiederholung. Langweiliges Geradeausstricken ist nicht meins, da macht es auch das Muster nicht besser. Auch wenn etwas ganz Schönes bei rausgekommen ist.

Viele Grüße!

Katja

Samstag, 27. Dezember 2014

Die Rosina- Jacke als Strick- Blazer

Ja, sie ist schon eine Weile fertig und wurde auch schon das eine oder andre Mal ausgeführt. Jetzt endlich war dabei auch Gelegenheit, sie auf einem Bild einzufangen.


Ich habe ein optisch tolles, haptisch eher gewöhnungsbedürftiges Garn verwendet, was ich auf einem Handwerksmarkt im Urlaub gefunden hatte. Ich habe kein Problem mit Wolle, die nicht schmuseweich ist, ich liebe Island- Wolle. Aber diese ist für mich schon heftig. Beim ersten Tragen hatte ich ein Darunter an, was nicht die ganze Haut abdeckte. Danach hatte ich tatsächlich an den ungeschützten Stellen Rötungen, so etwas kenne ich nicht.

Das Garn ist etwas dünner als DK, wie es Annett von Fadenstille verwendet hat. Und es bestand aus verschiedenen Partien (war ohne Banderole etc.) die sich doch unterschieden.

Ich habe auch die Anleitung etwas abgewandelt.

Ich wollte unbedingt die gemusterten Ärmel wie am Pullover haben. Und einen glatten Rumpf.

Der Kragen ist hinten nur 3 Charts breit. Die Verzopfung habe ich aller 14 Reihen gemacht, so dass sie immer in der gleichen Musterreihe ist.
Aus der Kragenkante habe ich Maschen aufgenommen und dann am RT angefangen. Dieses habe ich über 15 M glatt gestrickt. Dann mit verkürzten Reihen den ersten Musterrapport in der Höhe gestrickt. Gleichzeitig strickte ich an der Kante zum Rosina- Muster die Zunahmen für das RT. Hier die Strickschrift dazu:

Und so siehts aus:


Damit wollte ich ein aufgelockertes Halsloch erreichen. Aber so ist aus dem Kragen eher eine Rückenpasse geworden, aber auch schön. Ab da wurde aus der Kragenkante der Rest der Ärmel herausgestrickt, so wie beim Rosina- Pullover.
Die Zunahmen für den Rumpf erfolgten ganz ähnlich wie bei Annett, ich habe nur in jeder 3. Runde NICHT zugenommen, sonst wär mein Armloch zu flach geworden für eine Jacke.

Ich habe am Kragen 2 mal einen Zwickel gestrickt, so dass an der vorderen Kante nur noch ein Chart Rosina blieb. Gleichzeitig nahm ich an der Kante zum Rosina- Muster aller 4 Reihen eine Masche zugenommen, um den V- Ausschnitt zu formen.

Auf Brusthöhe fügte ich noch einen Brustabnäher durch verkürzte Reihen ein, um die körpernahe Passform zu unterstützen. Ich finde nichts schrecklicher, als ein Vorderteil, dessen Saum sich dass sich dank der Brust nach oben zieht.

Etwas unterhalb der Taille (ich habe hier mit einen neuen Partie des Garnes arbeiten müssen, um den Übergang zu tarnen) begann ich mit dem Rosina- Muster. Für die Rundungen am Saum habe ich den Chart, der an der vorderen Kante entlang läuft, 2x um einen halben Zwickel reduziert, dann noch einen vollen Zwickel vom Rest. Dadurch habe ich eine starke, allmähliche Rundung bekommen, die an den Kantenabstich eines Blazers erinnert.

Die Ärmel habe ich gleichzeitig auf einer Rundstricknadel gestrickt. Um auf die schmale Form zu kommen, habe ich 3x einen Zwickel gestrickt, und zwar aller 3 Charts in der Höhe. (den mittleren Zwickel habe ich aus 2 halben Zwickeln zusammengesetzt, so dass die gedachte Linie am Unterarmel bleibt.) Den Ärmelabschluss habe ich mittels I- Cord (meiner ersten!) gestrickt.

Dann noch 3 Druckknöpfe zum Verschließen auf dem Zopf angenäht und fertig ist die Rosina!

Ich werde das ganze nochmal in einem sympatischeren Garn stricken, denn die Machart gefällt mir sehr gut!

Ist schon auf meiner to- knit- Liste! (und irgendwann auch im Schrank..)

Viele Grüße!

Katja

Donnerstag, 11. Dezember 2014

von der Faser zum Strickobjekt

Während der längeren Blogabstinenz ist auch etwas entstanden.

Hier der Entstehungsprozess:

Ich habe bei meiner allerersten Naturfärbung mit Cochenille eine handvoll Fasern (etwa 50g)mit Eisensulfat vorgebeizt und im 4. Zug gefärbt.
Diese lagen nun schon lang rum und warteten auf Weiterverwendung.
Diese habe ich mit etwas ungefärbter weißer Wolle zusammen mit den Handkarden kardiert und zu Rolegs geformt.

Daraus habe ich ein Verlaufsgarn gesponnen und Navacho- verzwirnt.
Nachdem auch das nun schon fast ein Jahr im Stash verbracht hat, wollte ich daraus etwas machen. Da aber 100g in dieser Lauflänge (die ich leider nicht notiert hatte) nicht für ein Tuch geschweige denn für einen Pullover reichen, habe ich nach einer Idee gesucht und hier gefunden. Wichtig war mir, dass ich keinen Garnrest über behalte.

Ich habe es dann als ein I-Cord mit 10er Nadeln und 5 Maschen gestrickt. Es sind so einige Meter entstanden. Dazu noch ein Stück Schlauch, der "normal fest" ist und durch den die Kordel 6x etwas ungleich lang gezogen wurde. Die Länge kann noch Variiert werden, indem ein Durchzug mehr oder weniger erfolgt.

Irgendwie fehlte aber noch etwas "Bling-Bling". Dazu habe ich einen Schlauch aus farblich passenden lila und weißen Rocailles mit Silbereinzug gefädelt. Man kann das auch weglassen, genauso wie den Strickschlauch, ganz wie frau mag.





 
Das fertige Schmuckstück wird zu Weihnachten eine neue Besitzerin finden, die es hoffentlich genauso gern trägt wie ich es gefertigt habe.

Viele Grüße!

Katja

Sonntag, 9. November 2014

die Farben eines (Klein-) Gartenjahres

Ich hab lang nichts mehr von mir lesen lassen, dabei hätte ich genug zum zeigen... Die Rosina nähert sich dem Ende und mein Test mit der Verlaufsfärbung der Ostereierfarbe ist fertig und will noch aufs Bild, dann auch hier her.

Ich habe das Spätsommerwochenende Anfang November mit Temperaturen von knapp 20°C und Sonne genutzt, um die Färbeexperimente meines eigenen "Projekts" im Gesamten zu fotografieren:

irgendwie etwas blaustichig, besonders auf 11 Uhr, das sind eher dunkle Grün- Töne

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, mit allem, was in unserem Kleingarten in der Großstadt so wächst, (und als Färbepflanze in irgendeiner Form bekannt ist) zu experimentieren.
Ich habe immer 25g Wolle pro Zug gesponnen (auch da sieht man die Entwicklung meiner Fähigkeiten, das Garn wurde immer dünner, obwohl das so nicht gewollt war...) und gefärbt.

Viele der Färbungen habe ich schon hier dokumentiert. Einige folgen noch, was noch nachgeholt wird.
Bei einzelnen bin ich auch dem Kleingartenprinzip untreu geworden. z.B. Kornblumen gibt es bei uns nicht (stehen auch hier unter Naturschutz) und Walnussbäume sind ob ihrer zu erwartenden Größe im Kleingarten (leider) verboten. Die Beeren der Jungfernrebe wachsen zwar in anderen Kleingärten, aber nicht im unseren, dafür aber am Wohnhaus. Die Zwiebelschalen stammen auch nicht tatsächlich aus unserem Garten, sie könnten aber, das war da mein Kriterium.

Und auch das ist nur ein Anfang, es gibt noch so vieles, was ich nicht ausprobiert habe. Es gibt so vieles, dass sich zum Färben nutzen lässt. Und da sind noch keine extra angebauten Pflanzen beinhaltet.

Ob das Experiment nächstes Jahr fortgesetzt wird, weiß ich noch nicht. Es braucht ja doch auch ein wenig Zeit...

Viele Grüße!

Katja

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Färbung mit Brennnesselkraut

Heute geht es um die Färbung mit Brennnessel- Kraut.

Dazu habe ich die Wolle mit 15% Alaun vorgebeizt. Die 400% frisches Brennesselkraut habe ich über Nacht eingeweicht. Nicht länger, sonst gibt es eine stinkende Brühe, die sich zwar toll als Dünger macht, aber zum Färben nicht eignet.

Die eingeweichten Pflanzenteile habe ich für eine Stunde gekocht, um dann den ersten Strang als Kontaktfärbung dazu zu legen und eine weitere Stunde zu köcheln.

Den Strang habe ich dann gegen den zweiten ausgetauscht, der dann ebenso mit einer Kochzeit von einer Stunde gefärbt wurde.

Dann habe ich auch diesen aus dem Farbbad befreit, möglichst viel Pflanzenreste entfernt (was bei Brennnessel gar nicht so gut geht, also besser mit Beutel färben). Auch dei Farbflotte habe ich abgeseiht.

Dieser habe ich etwas Eisenwasser und den zweiten Strang zugegeben, immer wieder bewegt und aus der Flotte gehoben, um die Sauerstoffeinwirkung zu nutzen und das entstehende Grün zu vertiefen.

Hier die Ergebnisse:
Anmerkung: mein Test fand im September statt, auch hier wird sicher Zeitpunkt der Ernte genauso wie der Standort Einfluß auf das Ergebnis haben.

Viele Grüße!
Katja