Samstag, 14. Juni 2014

Blaue Lupinenblüten

und wieder etwas, was aus meinem Garten seine Schönheit auf Wolle unter Beweis stellen wollte, die Blüten der Blauen Lupinen:



 Da ich kein genaues Rezept gefunden habe, habe ich folgendes probiert:

Die Wolle habe ich mit der Tonerdenbeize vorgebeizt.

Ich habe 400% frische (bzw. teilweise auch gefrorene, da so viele nicht gleichzeitig am blühen sind) Blüten ohne Stengel zusammen mit der Wolle für 1 h gekocht. Über Nacht im Sud abkühlen lassen.
Für den 2. Zug habe ich nochmal 100% frische Blüten (es sind noch mal welche aufgeblüht) zugefügt und auch den 1 Stunde gekocht und wieder über Nacht abkühlen lassen.

Beide waren nun zartgrün. Da ich mit Pottasche und Kornblumen so tolle Erfolge hatte, wollte ich das hier auch ausprobieren und habe dem 2. Zug ein 3- stündiges Bad in etwa 3% Pottasche- Lösung gegönnt.

Heraus kam ein Gelbgrün. Auch nicht schlecht- aber bei den nächsten Lupinen werde ich das wohl weglassen.
Lupinenblütenfärbung 1. und 2. Zug (2. Zug mit Pottasche- Nuancierung)

Viele Grüße!

Katja

Kornblumenblütenblätterfärbung

(...wenn das nicht mal ein Wort für Galgenraten ist...)

Diesmal nicht aus dem eigenen Garten. Widerspricht also meinem Plan, alles was in unserem Garten wächst und potentiell färbt, auszuprobieren.

Aber als ich bei meinem Eltern auf dem Dorf war und diese Blütenpracht am Feldrand entdeckt habe, konnte ich nicht widerstehen...


Also Blütenblätter gezupft. Dauert schon ein Weilchen, aber man kann sehr gut nur die Kronenblätter zupfen, hat evtl. noch die Staubblätter mit drin. Aber zuerst die Bienen wegfliegen lassen. Das ist für beide besser...








Die Wolle habe ich mit der Tonerdenbeize vorgebeizt.

Ich hatte 75g geerntet. Also 300% frische Blüten für meine 25 g Probesträngelchen.


Ich habe erstmal die Blüten überbrüht, kurz ziehen gelassen. Dann abgeseiht und die Wolle in den leicht rosa Sud bei 80°C für 1 h gefärbt.

Dann habe ich den 2. Strang und die in einem Strumpf gefangenen Blüten dazugegeben und eine weitere Stunde gefärbt.


Alles über Nacht abkühlen lassen. Die wolle war jetzt gräulich mit einem leichten Grünstich.

Dann soll noch mit 4% Pottasche bei 40° für eine Stunden nuanciert werden. DAS war die Erleuchtung!

Hier seht ihr die noch feuchte Wolle, rechts vor und links nach dem Pottasche- Bad:
 Hier noch alles fertig gespült und getrocknet: (Nachdem ich den Weißabgleich der Kamera gefunden habe, ist das Grün erkennbar, wenn auch im Original noch viel schöner, ein richtig saftiges Grün!)
 

Viel Spaß beim Nachmachen!

Katja

Mittwoch, 28. Mai 2014

Färebexperiment Kriechender Günsel


Kriechender Günsel
überhaupt DIE Gartenentdeckung des Jahres für mich. Ich habe herausgefunden, dass dieses nette Kraut, was da im Garten in der Wiese rumwächst, ein phänomenales Zeugs ist. Ein tolles essbares Heilkraut. Seit dem kein Wildkräutersalat mehr ohne!

Fragt mich doch mein Mann, ob man damit auch färben kann... das war ein Weckruf!

lila Blüten, rötliche Blätter- da geht doch bestimmt was... dachte ich...

Färbung mit Kriechendem Günsel
150 % frische Blüten (mehr waren nicht entbehrlich) samt Stengel und den dazwischensitzenden Blättern gepflückt, eingeweicht und  mit Wolle, die mit 15%  Alaun vorgebeizt war, 1 h gekocht. Et voilà: ein umwerfendes beige bis hellbraun :-(
Relativ dunkel für die paar verwendeten Blüten.

Nuancieren mit Pottasche (rechts oben) brachte kaum etwas, das Beige wurde geringfügig gelblicher. Eisenwasser brachte auch keine überzeugende Wirkung, wurde nur ein braun-tarn-grün (links unten).

Fazit: lieber im Salat oder Tee als in der Wolle!

Habt Ihr auch schon Versuchsfärbungen gemacht mit Sachen, von denen man noch nichts oder wenig gehört oder gelesen habt? War es toll? Dann teilt es doch den anderen mit! War es eher als "Versuch macht klug" zu betrachten, dann warnt doch die anderen Färber. Ihr könnt dazu gern die Kommentar- Funktion benutzen oder mich direkt kontaktieren!

Viele Grüße!

Katja

Sonntag, 18. Mai 2014

Maiglöckchenblätter- Färbung

Heute will ich es endlich nachholen und euch die Färbung mit Maiglöckchenblättern zeigen:

Vorgebeizt mit 15% Alaun, gefärbt mit 400% Maiglöckchenblättern nach dem Rezept 1 aus "Naturfarben auf Wolle und Seide" von D. Fischer.

Der erste Zug links ist etwas heller als der 2. Zug, der noch eine Nacht zusammen mit den Blättern im Farbbad verbringen durfte.

Viele Grüße!

Katja

Wolle als Pflanzendünger

Heute mal eine Idee, um die Wolle, die sich nicht zum Spinnen eignet, einem ökologisch sinnvollen Zweck zuzuführen:

Wolle als Eiweißfaser hat einen hohen Stickstoffanteil. Dieser wird bei der Zersetzung der Faser frei, ähnlich wie bei Hornspänen.
Es gibt auch bereits Wolldünger- Pellets im Handel zu kaufen. Also weshalb nicht die unbrauchbare Wolle als Bodenverbesserer einsetzen?

Schon letztes Jahr hatte ich Wolle, die ich vor der Wäsche aus dem Vlies aussortierte, um die Tomatenpflanzen drapiert. Denn die Wolle ist ja an sich wasserabweisend, nimmt aber gleichzeitig viel Feuchtigkeit auf. So hatte das einen tollen Mulcheffekt und ich konnte auch nicht beobachten, dass sich unterhalb vermehrt Nacktschnecken angesiedelt haben, wie sie das sonst gern unter diversen Mulchmaterialien tun.

Das Kompostieren der Wollreste funktioniert auch sehr gut, selbst im Wurmkomposter (Kompostierung ohne Wärmeentwicklung). Ich werfe die Reste, die beim Kardieren und Spinnen anfallen, da rein und nach ca. 7 Monaten ist alles zersetzt.

Aber auch im Blumentopf kann Wolle nützlich sein. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, diese bei manchen Pflanzen als Drainage + Langzeitdünger einzusetzen. Wie hier bei den vorgezogenen Zucchini- Pflanzen:

Man sieht, wie sich die Wolle schon nach 8 Wochen zum Großteil zerzetzt hat und von den Wurzeln durchdrungen ist. Für die Pflanzen ist es eine extra Portion Nährstoffe, gleichzeitig speichert es Feuchtigkeit und verhindert Staunässe.

Bei dauerhaft getopften Pflanzen bitte noch eine zusätzliche haltbare Drainage einbringen, denn die Wolle löst sich ja alsbald auf.

Viele grüne Grüße!

Katja


Donnerstag, 1. Mai 2014

Ich kann doch keinen Farbstoff umkommen lassen...

Ja, Ostern ist vorbei, die Eier gefärbt und verspeist.

Und die restliche Farbe steht noch in den halbgeschnittenen Tetra- Packs, die ich gern zum Eierfärben verwende. (hatte die kräftigbunte flüssige Eierfarbe)

Das kann ich doch nicht wegschütten, wenn frau doch damit auch Wolle bunten kann, das geht nun wirklich nicht.

Also 150 g weiße Sockenwolle erworben, 2m lang gehaspelt (ich möchte einen längeren Farbverlauf), gebadet und über Nacht in Essig eingesperrt.

Dann einen Topf mit Wasser, Essig, der roten und einem Teil der blauen Farbe befüllt, erwärmt und ein Ende des Strangs reingehängt. Erst nur ein kleines Stück, aber dann immer ein Stück weiter, so dass sich ein (halbwegs) sanfter Farbübergang ergibt.
Nachdem so dem Wasser weitesgehend alle Farbe entzogen war, kam das gleiche in grün, auch hier gemischt mit blau.

Irgendwie weigerte sich das Blau, sich mit der Faser zu verbinden. deshalb ist mein Grün auch nicht Türkis, wie ich mir das eigentlich erhofft hatte. Aber schön ist es dennoch!

Ich plane daraus einen Schal zu stricken. Ich habe da auf dem Leipziger Wollfest einen gesehen, bei dem  eine Regenbogenfärbung so verstrickt war, dass die Farben wieder übereinander landeten. Also 2 Reihen = ein Strangumlauf. Mal sehen, ob ich das auch hinbekomme... Werde berichten!

Liebe Grüße!

Katja