Dienstag, 19. August 2014

Stricken und Mee(h)r

Hallo,

heute ein kleiner Bericht zum Zwischenstand meiner Ostereierfarbe auf Sockenwolle, dazu noch ein paar Impressionen aus dem Urlaub:

In den paar Tagen auf Usedom haben wir die Insel und ich das Stricken in der Sonne genossen und einige Fahrradtouren unternommen (was mich zu Strickpausen zwang).

Auf Usedom gibt es tolle Strecken, wo man parallel zum Küstenverlauf durch den Wald fährt. Hier ein Beispiel:
Man kann auch einen der Strandaufgänge nutzen, um die Füße oder mehr ins Wasser zu halten, dabei auch Stricken, wenn man sich am Strand die Sonne auf den Bauch scheinen lässt.
Irgendwie merke ich erst jetzt, dass das entstehende Tuch ähnliche Strukturen hat wie der Strand, ein Wechsel aus Bergen und Tälern...
Man kann auch Schönes entdecken, wenn oder weil das Wetter mal wechselt...
 auch eine Tour über die Grenze nach Swinemünde und auf die Halbinsel Wollin hält viel Unentdecktes für uns bereit:
Der Radweg von Swinemünde nach Misdroy ist ein besonderes Naturerlebnis, er führt durch eine urigen Wald, wo man eher Tiere als andere (Rad-)Wanderer trifft. Um nur zwei kleine Beispiele zu zeigen:

Hinter Misdroy fängt der Nationalpark Woliński Park Narodowy an, wo es eine Station für Wisente gibt, die wir auch besucht haben, beeindruckende Geschöpfe!
Und das obligatorisch- kitschige Bild zum Ausklang des Tages, hier auch des Urlaubs und des Posts:
der unglaubliche Sonnenuntergang am Achterwasser, wirklich toll! Auch wenn es auf Bildern immer so pathetisch wirkt...

Viele entspannte Grüße!

Katja

Sonntag, 3. August 2014

Zwei neue Erdenbürgerinnen...

sind im Freundeskreis eingetroffen.  Keine Zwillinge, aber ich habe für beide dennoch das Gleiche gestrickt.

Eine Jacke und eine Hose aus naturgefärbten Baumwollgarn (kbA) von der Pflanzenfärberei Kroll.

Die Anleitung ist an eine Anleitung von DropsDesign angelehnt, die ich schon für so einige Kinder gestrickt habe. Nur habe ich die Jacke so abgewandelt, dass diese von oben gestrickt ist. Am Saum und Ärmel taucht die Musterkante das erste Mal auf...


 
Die Hose hat einen breiten Bund mit Musterkante und Trägern, geht damit bis knapp unter die Arme...

Dazu Schuhe, die mit einem Bändchen an der Hose (in verschiedenen Höhen) angeknüpft oder separat getragen werden können.


Am Halsausschnitt habe ich eine Muschelkante angehäkelt....



und dazu noch Mützen im Teufelsmützenstil gestrickt. Auch das ist mit einem Häkelbändchen, dass Mama auch abschneiden kann, ohne die Mütze zu beschädigen,wenn sie es nicht mag.



Viele Grüße!

Katja




Alaunbeize weiter verwenden

n der Literatur lese ich immer wieder, dass die Alaunbeize nach einmaliger Verwendung erschöpft sei.

Aber da auch die Kaltbeizen mehrfach verwendet werden können, habe ich daran gezweifelt.

Und da ich grundsätzlich daran interessiert bin, Rohstoffe, besonders wenn diese begrenzt sind, möglichst sparsam einzusetzen, wollte ich testen, ob die Beize wirklich nicht mehr zu gebrauchen sei.

Das habe ich im Zuge der Projektfärbung mit ausprobiert.

Das Kilo Wolle für die Projektfärbung habe ich kalt, besser balkonwarm im Hochsommer, 14 Tage lang gebeizt, dabei gelegentlich bewegt. Dass diese Methode keinen großen Unterschied zum kochend Beizen macht, hatte ich ja bereits ausgetestet und hier beschrieben.
Dazu hatte ich auch einen meiner kleinen Teststränge gelegt.

Nun wollte ich mit dieser Beizflotte ausprobieren, ob diese tatsächlich wirkungslos oder -ärmer geworden ist.

Ich habe einen weiteren Teststrang in einen Teil der Beizflotte eine Stunde gekocht.

Das Verhältnis entsprach etwa 2:1, also als hätte ich im 2. Zug die Hälfte der Wollmenge des 1. Zuges verwendet.

Beide Stränge habe ich dann bei der Projektfärbung Goldrute im 2. Zug mitgefärbt.

Links im 1. Zug gebeizt, rechts das im 2. Zug gebeizte. Im Original kann ich keinen Unterschied erkennen, auf dem Foto hier ist schon ein wenig Unterschied zu erahnen. Auch beim Spülen konnte ich keinen Unterschied ausmachen. Eventuell leidet die Lichtechtheit, das konnte ich noch nicht testen. 

Auf jeden Fall habe ich die  Beizflotte nicht weggeschüttet, sondern diese schon weiter verwendet für meine Experimente, über die ich noch berichten werde...

Viele Grüße!

Katja

Donnerstag, 10. Juli 2014

Johanniskraut färbt rotbraun

Mein Versuch, mit Johanniskraut zu färben, hat ein ganz anderes Ergebnis gebracht als erwartet.

Ich habe die Wolle über Nacht in der Tonerdenbeize gehabt.

Es kamen ca. 250% frischen Johanniskraut in den Farbtopf. Es waren frische und schon verblühte Blüten dabei, aber auch Blätter und Stiele. Die dicken Stiele habe ich rausgelassen. Diese habe ich kleingeschnitten (Achtung: das Schneidbrett hat jetzt rote Flecken!) und über Nacht eingeweicht.

Am nächsten Morgen hat der Sud dann für knapp 2 h geköchelt, ehe ich ihn in einem Färbebeutel (Nylonsocke) gekippt habe.



Dazu kam der erste Wollstrang. Beim Eintauchen noch gelb, war er nach einer Stunde sanften Kochens terracottarot.

Der zweite Strang wurde dann gegen den ersten ausgetauscht. Dieser wurde auch noch rostrot.
Aufs Nuanzieren habe ich bei den Farben verzichtet ;-)

Warum das bei mir eine solche Farbe ergab und nicht das grünliche Gelb, was man in der Literatur findet und auch von anderen Färbern berichtet wird, ist mir wirklich nicht klar. Zu viele verblühte Blüten? Zu kurz oder nicht ausreichend gebeitzt? Weitere Versuche wird es jetzt nicht geben, da das Johanniskraut schon sehr weit abgeblüht ist, vielleicht nächstes Jahr?

Viele Grüße!

Katja

Sonntag, 15. Juni 2014

Taglilienblüten färben grün


Hier mein Favorit unter den letzten Färbungen, da sie relativ zügig zu ernten ist, ich im Netz (zumindest im deutschsprachigen) dazu kaum was gefunden und eine wirklich erstaunliche Farbe rausgekommen ist.

"Mein" Rezept:

Vorgebeizt wieder mit der Tonerdenbeize.

Ich habe gut 500% frische, aber schon verblühte Blüten gepflückt (es geht so schnell, so viele müssen es wahrscheinlich gar nicht sein).
Diese habe ich grob zerschnitten, in Regenwasser kurz aufgekocht und dann in einer "Färbersocke" eingesperrt. Den Sud, der rosa-rot war, habe ich zusammen mit dem 1. Zug der Wolle ca. 1 h kochen lassen.

Das Ergebnis war ein fahles beige-grau. Den Strang habe ich in etwas Pottasche- Lösung gebadet und es gab ein grünes Wunder - ganz ähnlich zu einer Kornblumenblütenfärbung!
Den 2. Strang habe ich dann zusammen mit dem Färbebeutel auch nochmal eine Stunde gekocht und über Nacht im Sud abkühlen lassen.

Hier ist der erste Strang links bereits nuanciert, der zweite Strang, der rechts liegt, wartet noch darauf.

Auch diesen habe ich dann noch mit Pottasche nuanciert (für die 25 g Wolle habe ich eine Teelöffelspitze Pottasche zugegeben und nochmal leicht erwärmt und ein paar Stunden darin ruhen lassen).

Und so sieht es nach dem Nuancieren, Spülen und Trocknen aus:

Leider nicht so gut wie im Original, die Farben sind schon wirklich schöne Varianten von Grün! Leuchtend und intensiv!

Viele Grüße!

Katja

Samstag, 14. Juni 2014

Blaue Lupinenblüten

und wieder etwas, was aus meinem Garten seine Schönheit auf Wolle unter Beweis stellen wollte, die Blüten der Blauen Lupinen:



 Da ich kein genaues Rezept gefunden habe, habe ich folgendes probiert:

Die Wolle habe ich mit der Tonerdenbeize vorgebeizt.

Ich habe 400% frische (bzw. teilweise auch gefrorene, da so viele nicht gleichzeitig am blühen sind) Blüten ohne Stengel zusammen mit der Wolle für 1 h gekocht. Über Nacht im Sud abkühlen lassen.
Für den 2. Zug habe ich nochmal 100% frische Blüten (es sind noch mal welche aufgeblüht) zugefügt und auch den 1 Stunde gekocht und wieder über Nacht abkühlen lassen.

Beide waren nun zartgrün. Da ich mit Pottasche und Kornblumen so tolle Erfolge hatte, wollte ich das hier auch ausprobieren und habe dem 2. Zug ein 3- stündiges Bad in etwa 3% Pottasche- Lösung gegönnt.

Heraus kam ein Gelbgrün. Auch nicht schlecht- aber bei den nächsten Lupinen werde ich das wohl weglassen.
Lupinenblütenfärbung 1. und 2. Zug (2. Zug mit Pottasche- Nuancierung)

Viele Grüße!

Katja