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ein zugegeben sehr kleines Stück richtigen Nesselstoffs! |
Vielleicht können wir Blogger so mit viel Herdenhalbwissen eine vernünftige, machbare Anleitung zusammentragen...
Dass die Stängel entblättert getrocknet werden, darüber sind sich nahezu alle einig. Dann werden die Stängel aufgespalten und das Holz von den Fasern und Rinde entfernt. Zuerst habe ich die Stängel mit einem feuchten Lappen leicht angefeuchtet und antrocknen gelassen. Dazu habe ich die Stängel mit einer Flasche (oder einer sehr festen Teigrolle) plattgewalzt und dann das Holz von den Fasern abgehoben.





Deshalb versuchte ich zu "hecheln". Ich habe dazu die Flickkarde genutzt, das ging mehr schlecht als recht. Aber es ergab schöne parallele Fasern, knapp halb so lang wie das Ausgangsmaterial, aber auch nochmal ne Menge Abfall. Und Einzelfasern waren auch das nicht, es hatte mehr was von zersplitteten Kräusel- Geschenkband. Aber es fühlte sich vielversprechend "weich" an, was sich als Trugschluss entpuppte.

Ein "Tester", über dessen Beitrag ich im Flinkhand- Forum gestolpert bin, schrieb, dass sich die Rinde beim Kochen in Seifenlauge löst und feine weiße Fasern übrig bleiben. Also habe ich das probiert, ich habe Schmierseife verwendet, ich wollte das Ergebnis nicht durch optische Aufheller beeinflussen, die ja auch schon mal aus ungebleichter Baumwolle den Naturton rausziehen. Allerdings fehlen da auch Enzyme, die im "normalen" Waschmittel vorhanden sind.
Es ist schon weicher, aber auch das möchte ich noch nicht direkt auf der Haut tragen. Das Garn ist relativ leicht zu zerreißen, es hängen immer noch viele Rindenbestandteile drin und auch der Verbund der Fasern hat sich nicht komplett aufgelöst. Ich bin dabei nicht zimperlich mit dem Garn umgegangen, das hat Rinde gelöst und entfernt, aber eben auch Fasern aus dem unverzwirnten Garn herausgelöst. Einiges landete im Koch- bzw. Spülwasser, anderes stand einfach nur ab.
Ich habe das Garn weiterverarbeitet, um die Verluste beim weiteren Bearbeiten/ Kochversuche geringer zu halten. Aus den knapp 20 m Garn wurde ein 17 cm großes Quadrat spiegelgewebt. Das ging aufgrund der ungleichen und rauen Garnstruktur nicht gut. Die Fasern, die aus dem Zwirn ragen, verhaken sich beim Weben zu sehr, auch scheint die Faser + Rinde sehr leicht brüchig zu sein.

Jetzt ist es wirklich ziemlich weiß, etwa wie ein Champagner- Ton mit einem Hauch grün! Ob das nun nur an der entfernten Rinde liegt oder auch am optischen Aufheller bleibt offen. Beim nächsten Mal würde ich Gallseife (Enzyme) oder Fleckensalz (Mix an Enzymen und Sauerstoffbleicher, kein opt. Aufheller) verwenden.
Nach dem Trocken war es noch sehr fest und kratzig, was ich jedoch "wegkneten" konnte. So kann man es der Haut zumuten.
Deshalb ist eine weitere Überlegung, die Rinde nur so weit wie nötig zu entfernen um den Verbund in schmale Streifen zu zerlegen, dann zu spinnen und zu zwirnen oder zu weben, dann erst die Nachbehandlung mit der Entfernung der Rinde durchzuführen. Ne Hechel wäre dann unumgänglich. Gegenargumente hier.
Falls ich weitere Versuche mache (ab August, das Rohstoff ist ja nachwachsend) würde ich Faser und Rinde wie gehabt vom Holz befreien und dann möglichst fein aufspalten, also relativ grob hecheln, dann verarbeiten und anschließend die Rinde auf chemischen Wege entfernen.
Ich bin jetzt aber auch noch über die Variante mit Röste und einem Verspinnen als Kardenband gestoßen, auch noch eine Überlegung wert...
Ich hoffe auf Kommentare oder Tips. Wer hat das wie schon mal ähnlich oder effizienter hinbekommen? Gern auch Links auf eure/ andere Ergebnisse! Wär doch schade, ein solches Potential dieser wunderbaren, überall verfügbaren Pflanze nicht zu nutzen!
Viele Grüße!
Katja
Liebe Katja,
AntwortenLöschendanke für deinen Bericht. Ich habe auch schon probiert Brennesselfasern zu gewinnen, aber mit einer so mageren Ausbeute, dass ich es wieder hab liegen lassen. Ich glaube in Osteuropa sollte noch Wissen zur Brennnessel-Faser-Herstellung vorhanden sein; wenn man denn die Sprachen könnte. Ich weiss nicht, ob wir zu weit studieren. Brennnessel war wohl eine Faser für die Armen Leute, also kann die Herstellung zwar Zeitaufwändig aber kaum kompliziert sein.
Vielleicht müsste man die Fasern aus den noch frischen Stängeln herauslösen?
Liebe Grüsse, Sandra
ich hatte bisher noch nicht die zeit, es selbst auszuprobieren, aber es gibt hier ein interessantes buechlein dazu - in englisch, aber gut lesbar:
AntwortenLöschenhttps://www.amazon.co.uk/Yarn-Wild-Nettles-Practical-Guide/dp/1511419032/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1502370185&sr=1-2&keywords=nettle
ich muss es unbedingt auch mal selbst ausprobieren, eine zweireihige hechel (eigentlich fuer wolle) haette ich sogar hier! aber ich habe auch schon gelesen, dass man fuer wirklich lange fasern fasernesseln braeuchte (die firma, die in D solche anbaut, laesst sich aber weder auf samen- noch pflanzenverkauf an handwerker ein, leider:()
viel glueck!
Bettina (von der gruenen insel, wo auf jeden fall genug nesseln fuer eigenversuche wachsen wuerden:)
Hallo zusammen
AntwortenLöschenBei der Gewinnung von Leinenfasern kommt vor dem Brechen und Hecheln ja noch der Schritt des Rotten.
Beim Leinen macht man es so, dass die getrocknen Stängel einige Tage auf die im Herbst schon etwas feuchteren Wiesen gelegt werden, damit die verholzten Teile sichdurch die Rotte schon mehr von den Fasern lösen.
Vielleicht klappt das ja auch bei den Nesseln?
Ich werde des dieses Jahr mal probieren. die getrockneten Stängel liegen schon bereit.
was juckt mich das ?
AntwortenLöschenisso bro
Löschenapfelkuchen
AntwortenLöschenwussten sie das die sängerin pink käsekuchen liebt ?
AntwortenLöscheney leute ami stinkt
AntwortenLöscheneyey stella dz toilettenstopferin das geht ja garnicht NA HÖR MAL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!°!!!!!!!!!!! SUI
LöschenUwU
Löschen???
AntwortenLöschenDanke für die schöne bebilderte Anleitung! Ich war vorigen Sommer in einem Museum in Tschechien, da gab es allerhand verschiedene Fasern. Ich lernte da, daß asiatische Brennessel viel weicher ist, als europäische. Es gab da übrigens auch ein deutschsprachiges Buch: "Brennessel, Kleidendes Unkraut". :-)
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